5 Februar 2016 Annabelle BONNAUD

Ökologische Kosten des Ölwechsels

Jährlich werden rund 330.000 t Altöl in Deutschland eingesammelt. Darunter ist ein hoher Anteil an Altöl, der beim Ölwechsel anfällt. Alte Öle sind sehr schwer abbaubar und gesetzliche Regelungen verpflichten zu einer sachgemäßen Entsorgung und Protokollierung des Vorgangs. Wir haben in einem früheren Artikel über die Kosten des Ölwechsels referiert, aber wie sieht es mit den ökologischen Kosten aus?Wie werden Altöle recycelt? Welche Umweltvorteile und welche Grenzen hat dieses System? Lesen Sie darüber mehr in diesem letzten Artikel, mit dem wir unsere Untersuchungen über den Ölwechsel abschließen.

Wahrscheinlich haben Sie sich diese Frage noch nie gestellt, aber angesichts der Ausstrahlungen, die die Weltklimakonferenz (COP 21) hatte und die ein neues ökologisches Wirtschaftszeitalter einläuten sollte, sind diese Herausforderungen in den Brennpunkt geraten und jeder Bürger ist eingeladen, sich mit diesem Thema eingehender zu beschäftigen.

 

Auswirkungen des Ölwechsels auf die Umwelt

Es wird angenommen, dass rund 85 % des Altöls für das Recycling gesammelt werden. Aber auch eine sehr kleine Menge von Altöl aus dem Ölwechsel kann negative Auswirkungen auf die Umwelt haben.

1 l Altöl, der in der Natur freigesetzt wird, kann 1000 l Wasser verunreinigen.

Das durch eine unkontrollierte Freisetzung von Altöl in der Natur verunreinigte Wasser verhindert den Sauerstofftransport und kann Flora und Fauna über viele Jahre beeinträchtigen. Diese Auswirkungen auf die Umwelt können katastrophale Ausmaße annehmen und daher muss das Altöl gesammelt und vorschriftsgemäß verarbeitet werden.

Außerdem kann mit dem Recycling des Altöls eine teilweise Wiederverwendung ermöglicht werden, wodurch wiederum Ressourcen geschont werden.

Wenn Sie selbst einen Ölwechsel vornehmen, müssen Sie das Altöl in einem leckfreien Behälter sammeln. Es darf weder in die Kanalisation noch in die Natur verbracht werden. Geben Sie Ihr Altöl an Wertstoffhöfen (spezielle Ölwanne für Altöl) ab. Sie können es auch zu den Verkaufsstellen zurückbringen, die verpflichtet sind, es anzunehmen.

Um ein Recycling zu ermöglichen, darf Altöl nicht mit anderen Produkten wie Lösungsmittel, Kraftstoff, Bremsflüssigkeit oder Wasser vermischt werden.

huile noire

Details zum Recycling von Altöl

In Deutschland wird das Recycling von Altöl in folgender Weise durchgeführt:

  • Durch Regenerierung (XX % des gesammelten Altöls), bei der das Öl durch Destillation regeneriert wird. Bei diesem Vorgang wird das Altöl zu einem Basisöl gemacht, das danach als Basis für neue Schmierstoffe verwendet wird.
  • Durch energetische Verwertung (XX %), bei der das Öl als Brennstoff genutzt wird, um die freigesetzte Energie zu nutzen (in Zementwerken, Müllverbrennungsanlagen usw.)

Europäische Richtlinien verlangen heute, dass der Regenerierung von Altöl der Vorzug vor der energetischen Verwertung gegeben wird. Das Altöl kann mehrfach recycelt werden, sodass weniger fossile Energieträger abgebaut werden müssen.

In den USA werden rund 750 Millionen Liter Altöl jährlich in die Natur ausgebracht oder illegal verbrannt. Das mag enorm erscheinen, aber die Europäische Union ist nicht viel besser dran …

Die USA und Europa verunreinigen gemeinsam mehr Wasser als die Kapazität von Plauer und Schweriner See zusammen!

In den Entwicklungsländern, in denen das Recycling oft wenig bis gar nicht organisiert ist, werden Abfälle meist in einfachen Mülldeponien entsorgt und generieren große Anteile an CO2-Emissionen. Um dem entgegenzuwirken, fördert das Programm der Vereinten Nationen die energetische Verwertung und des Recycling, um die Kosten für Rohstoffe zu reduzieren. Dabei stützt man sich auf bestehende Sammel- und Recyclingsysteme. Darüber hinaus werden lokale Startups und NGOs unterstützt, die in diesem Bereich tätig sind.

 

Grenzen des Recyclings für Altöl und Altfilter

In einem idealen Zyklus werden 75 % des für die stoffliche Wiederverwertung gesammelten Altöls wirklich wiederverwertet, also 4 l Altöl ergeben 3 l neues Basisöl. Das Ergebnis ist nicht schlecht, aber natürlich noch nicht perfekt.

Dennoch wird ein großer Anteil des Altöls verbrannt. Wenn dieser Vorgang nicht unter optimalen Bedingungen erfolgt, werden Giftstoffe in der Atmosphäre freigesetzt, beispielsweise CO2-Emissionen und Treibhausgase.

Eine weitere Quelle von unsichtbarem CO2 ist der Transport des Altöls zu den Lagerstätten und den Altölraffinerien. In Frankreich gibt es beispielsweise nur zwei Anlagen, die Altöl verarbeiten können. Das größte Unternehmen ist Osilub, das aus der Zusammenarbeit von Total und Veolia Propreté entstanden ist.

Schließlich ist bei Betrachtung des Ölwechsels noch ein Element zu untersuchen: der Ölfilter. In Deutschland werden rund 35 Millionen Filter pro Jahr gewechselt. Ihr Recycling erfolgt durch Verbrennung, wobei wiederum die Gefahr der Emission von Giftstoffen entsteht, wie bereits vorher erwähnt.

Es gibt keine andere Lösung für das Recycling der mit Altöl verunreinigten Altfilter. Die einzige Lösung ist der Verzicht auf die Verwendung herkömmlicher Filter und der Einsatz eines permanenten Filters, der nicht ausgetauscht werden muss. Die Technologie der selbstreinigenden Filter ermöglicht auch den Verzicht auf den Ölwechsel, wodurch ebenfalls die ökologischen Kosten des Ölwechsels reduziert werden. In diesem Fall betragen sie nämlich null.

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